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Freitag, 27. April 2007

Ein böses Erwachen wie ich feststellen mußte, denn sowohl Tür als auch Fenster waren verschloßen und vergittert. Ich war anscheinend in eine Falle gegangen, aber wie konnte das passieren und wo war Lysara und meine Gefährten?! Mir spukten tausend Gedanken durch den Kopf, was meinen mächtigen Kopfschmerzen nicht gerade zuträglich war und mich daran hinderte einen klaren Gedanken zu faßen. So verbrachte ich einige Zeit, bis sich draußen die Sonne dem Horizont zuneigte. Meine Zellentür wurde geöffnet und die Grandessa, mit zwei ganz in schwarz gekleideten Männern, betrat den Raum. „Herr Magus, ihr ward unvorsichtig. Ihr konntet doch nicht wirklich glauben, das ich keine Schutzmaßnahmen gegen Zauber in meinem Haus installieren ließ?! Wir hier in Al´Anfa sind in solcherlei Dingen ein wenig Paranoid. Eure Brosche ist ein nettes Spielzeug, doch leider für euch, mag ich es gar nicht, wenn sich jemand, aus welchen Gründen auch immer in meine Angelegenheiten einmischt.“, sprach die Grandessa in einem überheblichen Ton, den es wohl in Al´Anfa kostenlos zum Granden Titel gab. Doch plötzlich schoß es mir durch den Kopf, meine Illusion hat sie anscheinend nicht enttarnt, sonst würden wir hier sicherlich nicht mehr Reden, sondern ich wäre schon längst Tod. „Aber ich muß euch dankbar sein, man bekommt selten solch erlesene Opfer für ein Ritual. Und ihr findet doch sicher auch, das ein Ritual die paßende Feier ist um den Erwerb dieses erlesenen Stückes zu feiern.“, sagte die Grandessa und zog das schwarze Auge aus der Tasche. Sie gab dann einen Wink an ihrer Begleiter, die daraufhin auf mich zu kamen und mich versuchten an den Armen zu packen. Ich werte mich nach Leibeskräften, doch übersah ich dabei den dritten Mann, welcher mittlerweile den Raum betreten hatte und mich mit einem Pfeil aus einem Blasrohr nun betäubte.

Als ich wieder erwachte, ich wußte nicht wie viel Zeit vergangen war, befand ich mich auf dem Rücken liegend, an Händen und Füßen, an einen steinernen Tisch gekettet, in einem nur spärlich beleuchteten Gewölbe. Ich sah noch 4 weitere steinerne Tische, auf denen auch Leute angekettet waren. Lysara und Hendriga waren auch dabei, wie ich zu meinem Entsetzen feststellen mußte, genauso wie Thaliomel und Hesindian. So wie es aussah, waren wir wohl alle mehr oder weniger aufgeflogen. Kaum das ich die neue Situation erfaßt hatte betrat die Grandessa mit den 2 schwarz gekleideten Männern den Raum und wie ich an dem Raunen von oben feststellen konnte, gab es dort eine Empore, die gefüllt mit Schaulustigen war, die ich bislang nicht entdeckt hatte, ebenso wenig, wie das Pentagramm auf dem Boden, an dessen spitzen Enden, die Tische aufgestellt waren. Mich beschlich ein wirklich ungutes Gefühl. Mit welchen Kräften paktierte die Grandessa, was würde uns bevorstehen?!

Dienstag, 24. April 2007

Zur Nachtstunde begaben wir uns, für eine Orgie nach al´afaner Art gekleidet, zum Silberberg. Lysara und mich selber hatte ich mit einem Illusionszauber belegt, damit die Grandessa, falls wir ihr begegnen würden uns nicht erkennen sollte. Die Wachen ließen uns, mit den Passierscheinen, ohne weiteres zum Haus Florios ziehen. Es war ein großes und prachtvolles Anwesen, was bei einer der reichsten Familien Aventuriens nicht weiter verwunderte. Man geleitete uns nachdem wir die Passierscheine vorgelegt hatten in den Festsaal, welcher uns einen Moment lang sprachlos machte. Divans und seidene Kissen waren überall um die Tanzfläche verteilt, auf der gerade eine Schleiertänzerin ihr bestes gab. Auf den Divans lümmelten sich die Gäste, beschäftigt mit Wein, Weib und Knaben, je nach Lust und Laune. Die Musik der Zirta und Lyra in Verbindung mit der Rauschkraut geschwängerten Luft, ließ kaum einen klaren Gedanken zu. Hendriga und Lysara begaben sich zu einem freien Divan und begannen sich dem Treiben anzupassen, während ich an einem der Vorhänge eine Brosche befestigte, die ich am Nachmittag mittels `Odem Arcanum´ und ´Objectum Fix´ vorbereitet hatte. Sie würde mir durch die veränderte Aura sofort zeigen, wenn sich das „Schwarze Auge“ in einem Umkreis von 20 m aufhalten sollte, danach begab ich mich auch auf den Divan.

Etwa 1 Stunde nach unserer Ankunft, erschien der Major Domus und meldete den Eintritt der Grandessa und ihrer Familie. Fast wie bei einem Kaiser- oder Königseinzug, erhoben sich alle von ihren Plätzen und applaudierten den Florios. Ich fand die ganze Situation etwas befremdlich und vergaß darüber die Brosche, welche wie ich etwas später feststellte hellauf glühte. Das schwarze Auge mußte also ganz in der Nähe sein. Die Florios nahmen Platz und alle anderen auch wieder, um sich sofort wieder dem orgiastischen Treiben hinzugeben. Das die Grandessa das Artefakt scheinbar ständig bei sich trug macht die Sache wirklich kompliziert, blieb anscheinend nur die Möglichkeit als ihr Gespiele in ihre Nähe zu kommen. Da wir bislang noch nichts über ihre Vorlieben in Erfahrung bringen konnten, war Improvisation gefragt. Ich schickte Hendriga in den Garten, so daß sie Hesindian und Thaliomel über die Lage informieren konnte. Lysara und ich begaben uns daraufhin auf die Tanzfläche, um dort einen rahjagefälligen Entkleidungstanz zu vollführen, welcher hoffentlich das Interesse der Grandessa wecken würde.

Ganz wie ich gehofft hatte bat uns der Major Domus etwas später in die Gemächer der Grandessa, die anscheinend dem rahjagefälligen Spiel zu dritt sehr zugetan war. Die Gemächer der Grandessa waren prachtvoll eingerichtet und das Bett hatte gigantische Ausmaße, es war wohl eher Spielwiese, denn Bett. Kurze Zeit später betrat die Grandessa durch eine zweite Tür das Zimmer, nur gekleidet in einem halb durchsichtigem Negligé. Man gab uns zu verstehen, daß im Ankleidezimmer zu unserer Rechten, adäquatere Kleidung bereit läge, welche wir nun anlegen sollten. Wir taten wie uns geheißen und ich muß sagen, das mich Lysaras anblick in den Hauch von Nichts das sie jetzt trug nicht ungerührt ließ.

Zurück im Schlafgemach reichte man uns Pokale mit Rauschkraut versetztem Wein, der hier in Al´Anfa zu den üblichen Getränken gehört. Dummerweise hatte ich vergessen uns vorher ein Antidot nehmen zu laßen, so daß wir nun mit den Auswirkungen leben mußten. Benebelt vom Wein gaben wir uns dem rahjagefälligen Spiel hin und das die ganze Nacht, immer nur kurz von neu gereichtem Wein und anderen Getränken unterbrochen. Das Treiben dieser Nacht liegt für mich bis heute unter einem trüben Nebel, auf jeden Fall, wachte ich am anderen Morgen ziemlich verkatert wieder auf. Nach den ersten recht trüben Minuten, stellte ich fest, das ich nicht mehr im Schlafzimmer der Grandessa war und von der Dame und Lysara jede Spur fehlte.

Montag, 16. April 2007

Welche Alternativen blieben uns also, um in die Villa der Grandessa zu gelangen? Wir setzten uns alle zusammen und überlegten. Al´Anfa ist in solchen Sachen recht schwierig, da hier die üblichen Methoden nicht immer klappen und wirklich unsicher sind. Zum Beispiel ist Bestechung im Mittelreich, Bornland oder Almada ein probates Mittel, doch in einer durch und durch korrupten Stadt wie Al´Anfa barg dies einige Gefahren. Das Verdingen als Lakaie schied hier zumeist auch aus, da die hohen Herrschaften Sklaven bevorzugen, blieb also eingentlich nur Einbruch oder das älteste Gewerbe der Welt. Wir beschloßen, weil wir annahmen, das die Grandessa ihre Heimkehr feiern würde, Lysara und Hendriga als Lustdamen einzuführen und wir drei anderen wollten versuchen, unter Thaliomels Führung, auf den Silberberg und in den Garten der Villa zu gelangen, als Einbrecher. Das würde heute noch einige Vorbereitungen bedürfen, so daß wir in die Stadt zogen und uns die paßende Ausrüstung besorgten. Gegen Nachmittag zurück, machten die Damen für uns Männer eine Modenschau, in den gewagten Kleidern, was mich nicht unbeeindruckt ließ. Lysara mein Augenstern, war die Liebe meines Lebens und eigentlich wiederstrebe es mir, sie daß tun zu laßen, aber es ging wohl nicht anders. Thaliomel kam etwas später, er sollte den Hafen beobachten und berichten, falls die Grandessa ankam. „Ihr Schiff hat gerade angelegt und wie ich in Erfahrung bringen konnte, hat sie ihren Major Domus losgeschickt, um führ ein Fest das Nötige zu besorgen. Ihr sollte euch also beeilen um auf die Straße zu kommen.“, sagte Thaliomel an Lysara und Hendriga gerichtet, „Und Halander,
ihr habt doch sicherlich auch angemessene Kleidung für ein solches Fest, denn ich halte es für besser euch als Galan dort einzubringen, als mit uns einzusteigen.“. Die Anderen gaben ihm recht und mir war es auch lieber jemanden zu bezirtzen, als über Mauern zu klettern. Ich zog mich also an wie ein eitler Geck und begab mich mit den beiden Damen auf die Straße, immer Ausschau haltend nach dem von Thaliomel beschriebenen Major Domus. Währenddessen warten Thaliomel und Hesindian auf den Anbruch der Nacht, sie wollten von der Steilen Küstenseite zur Mauer des Silberbergs gelangen und dort einsteigen. Wir liefen also die Straße entlang, wobei ich immer wieder den Damen in den Ausschnitt schaute, sie am Hals oder am Dekolleté küßte und das ganze immer lautstark untermalte, mit anzüglichen Bemerkungen und lautem Lachen, so daß man auf uns Aufmerksam werden mußte. Die Damen taten es mir gleich und küßten sich auch gegenseitig, was den Eindruck verstärken sollte, wie verderbt wir waren. Nachdem wir etwa eine Stunde dieses Spielchen in den Straßen machten, wurde der Major Domus auf uns aufmerksam und sprach uns an. „Hallo holde Maiden und wackerer Galan! Darf ich fragen, ob ihr vielleicht Lust verspürt an der Feier zur Heimkehr der Grandessa Olibana ay Florios, heute Abend in der Villa Florios teilzunehmen?“, fragte der Major Domus und ich antwortet ihm, leicht lallend, „Wenn die Pekunia stimmt und es spaßig wird, gerne. Feste sind unsere Spezialität, wir kommen gerade von einem, hicks.“ „Das Pekuniäre sollte kein Problem sein ´spaßig´sind die Feste der Grandessa immer, also auf wenn darf ich die Passierscheine ausstellen laßen und wo soll ich sie euch hinschicken?“ „Mein Name, hicks , ist Giacomo der verruchte und das sind die lieblichen, hicks , Damen Drusila die unschuldige Verführung und Darla die lasterhafte, wir logieren im Gasthaus ´Golgaris Schwingen´.“ „Gut, ich werde euch die Passierscheine dorthin schicken, also bis heute Abend.“ „Bis heute Abend, hicks.“.

Wir gingen zurück ins Gasthaus und warteten, etwa 1 Stunde später klopfte ein Bote an der Tür und brachte die Passierscheine, es konnte also losgehen.

Mittwoch, 4. April 2007

Alara Olibano ging auf Thorfinn zu, „So mein Freund, es war ja nett uns über die Subjekte, die der Grandessa Florios nach dem Leben trachten, zu informieren, aber wo sind sie, ihr sagtet, ihr würdet sie in „Peraines Hain“ treffen, also sprecht!“ , „Thorfinn, wer ist Thorfinn und wer seit ihr? Ich kenne euch nicht.“, diese Aussage brachte Thorfinn 2 kräftige Ohrfeigen von einem der schwarz gekleideten ein. „Was wollt ihr von mir, ich kenne euch nicht.“, schrie Thorfinn, „Laßt mich gehen, oder der göttliche Wal wird euch strafen.“. Fast tat er mir leid, doch viel faszinierender fand ich die Auswirkungen des Zaubers zu betrachten. Die Olibano flüsterte einem der Wachen etwas zu, worauf dieser das Zimmer verließ. Sie setzte sich und der schwarz gekleidete gab Thorfinn noch 2 Ohrfeigen, die er nur mir knurren quittierte. Nach etwa 5 Minuten ging die Tür wieder auf und die Wache betrat, von zwei weiteren Männern den Raum. Der eine sah aus wie ein Boroni, der andere eher wie ein Magier, was mich nichts Gutes für Thorfinn hoffen ließ. Das Ganze würde jetzt wohl sehr unangenehm werden, außer der Magier war fähig und entdeckte via Odem Arcanum den Zauber. „Findet raus, ob er nur stur ist oder ob er gezwungen wurde zu schweigen.“, sagte die Olibano an die beiden gerichtet und verließ das Zimmer. Der Magier griff an Thorfinns Schulter und sprach „Odem Arcanum“, das erleichterte mich ein wenig, da ich annahm, das sie nun den Zauber erkennen und somit von weiterer Folter Abstand nehmen würden. Doch das sollte sich als Trugschluß erweisen, der Magier erkannte zwar den Angewandten Zauber, doch der Boroni schien sein Handwerk zu lieben und schickte die anderen aus dem Zimmer. Er befragte Thorfinn, bis er von Golgaries Schwingen ins Reich Borons getragen wurde. Mir trieb es den Schweiß auf die Stirn und ich hoffte, das sie nicht auch noch die Sachen Thorfinns untersuchen würden, sonst könnte der Magier vielleicht einmal mich anhand der magischen Signatur identifizieren. Das war ja nicht ganz so geplant, aber diese Stadt ist ein überaus gefährliches Pflaster und ich war unvorsichtig. Ich fragte mich was die Passierscheine noch wert waren, wohl nicht mehr viel, so daß es wohl nötig werden würde einen neuen Plan zu entwickeln und das schnell, da die Grandessa Florios morgen ankommen würde.

Donnerstag, 29. März 2007

Wir zogen uns in unsere Zimmer im Gasthaus „Golgaris Schwingen“ zurück und ich überwachte im Spiegel, was Thorfinn mit Geld und Börse machte. Ich konnte sehen, wie er sich zum Silberberg begab und dort am Tor passierte. Er begab sich in ein Garnisonshaus der Dukatengarde und dort in eine leere Amtsstube. Mit einem Stuhl unter der Klinke blockierte er die Tür und begann im Schreibtisch zu suchen, als er es gefunden hatte setzte er sich und füllte etwas auf einem Papier aus, welches er zu guter letzt siegelte. Nachdem er die Amtsstube verlassen hatte, verbrachte er den restlichen Tag und die Nacht auf Wache. Am nächsten Morgen begab er sich zu Bett und wurde kurz bevor auch wir aufbrechen wollten geweckt.

Wieder in „Peraines Hain“ warteten wir, nachdem wir bestellt hatten auf Thorfinn, welcher kurze Zeit später um die Ecke bog. Er betrat das Lokal und setzte sich ohne Umschweife an unseren Tisch, so daß ich etwas abgelenkt war und nur aus den Augenwinkeln die zwei schwarz gekleideten Gestallten sah, welche um die gleiche Ecke bogen, wie zuvor Thorfinn. Ich konnte nur hoffen, das Hesindian und die Anderen draußen aufmerksam waren, weil wie mir später bewußt wurde konnten das eigentlich nur Agent der Hand Borons sein und das bedeutete meist nichts Gutes. Thorfinn reichte mir nach knapper Begrüßung den Passierschein, wobei man ihm ein deutliches Unwohlsein ansah, hatte er wirklich in der Zeit, in der ich ihn nicht beobachten konnte, die Agenten verständigt?!

Mir ließ das keine Ruhe, so beschloß ich kein Risiko einzugehen und sprach, mit festem Blick in Thorfinns Augen: „Erinnerung verlasse dich!“. Augenblicklich sah man Thorfinn an, das er nicht wußte wo er war und was er hier tat. Wir nutzten die Gelegenheit, um durch den Hinterausgang das Etablissement zu verlaßen und hofften so der Hand Borons vorläufig zu entgehen. Ein wenig tat mir Thorfinn leid, weil ich den Zauber, auf Grund der Eile, nicht hatte genau dosieren können, so daß es durchaus möglich war, das ich einen Großteil seiner Erinnerung gelöscht hatte und nicht nur den Teil der sich mit uns beschäftigte. Näheres würde ich sicherlich erfahren, wenn die Hand Borons Thorfinn befragen würde, da ich ihm Börse und Dublonen ja gelaßen hatte.

Man führte ihn auch kurze Zeit später ab, genau wie ich erwartet hatte. Das Ganze, mittlerweile zurück im Gasthaus, verfolgte ich wieder im Spiegel, während Hesindian und Thaliomel den abgeführten Thorfinn auf den Straßen verfolgten. Die Person die das Verhörzimmer betrat war mir sofort ein Begriff, als ich sie durch den Spiegel sah, es war niemand geringeres als Alara Olibano, die berüchtigte Leiterin des Al´Afanischen Geheimdienstes. Jetzt würde es entweder besser oder noch sehr viel schlechter, denn wie ich gehörte hatte war Alara Olibano die erklärte Erzfeindin von Oboto Florios, dem Leiter der Stadtgarde, und damit der ganzen Familie Florios. Was würde also nun passieren?!

Mittwoch, 28. März 2007

So zogen wir alle auf getrennten Wegen in die Stadt, um mehr Informationen zu sammeln. Lysara besuchte die Universität und mußte feststellen, das auch mit viel Geld und guten Worten, es hier nicht wie in anderen Städten war, die Bibliothek war einfach nicht zugänglich. Ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Wir anderen hatten an den sonst üblichen Stellen auch wenig Glück, weder in den Tempeln noch beim Stadtschreiber konnte man etwas in Erfahrung bringen und was ich extrem verwunderlich fand war, daß eine so große Stadt keine Gazette mit Archiv ihr Eigen nennt. Wie wir es abgesprochen hatten, trafen wir uns gegen Mittag wieder und mußten feststellen, daß es uns allen ähnlich unbefriedigend ergangen war. Die Taverne die wir uns ausgesucht hatten, war uns als zentral gelegen aufgefallen und bestach durch einen freundlichen Namen, ganz im Gegensatz zu den hier sonst üblichen, „Peraines Hain“. Das dachten sich wohl auch noch viele andere es war wirklich voll, doch die Bedienung war freundlich und schnell, so daß jeder zügig zu seinem Essen kam. Ich versuchte, als ich mein Essen, selemer Eintopf, Vorsicht, erhalten hatte mit meinem Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Der Mann war an die 2 m groß und sah bis auf die Kleidung aus, als wenn er aus Thorwal stammen würde. „Swafnir zum Gruße, Meister Thorwals!“, begrüßte ich ihn und schlug ihm wie es in Thorwal üblich war auf die Schulter, „Ah, ein Mann mit Sitte und Verstand, seid gegrüßt.“, erwiderte er sowohl meine Begrüßung, als auch den Schlag auf die Schulter. „Mein Name ist Titus Pullo und das ist meine Frau Helena, sagt, darf ich euch auf einen Humpen einladen, ihr seit das erste freundliche Gesicht, was ich in dieser düsteren Stadt sehe.“, „Aber sicher dürft ihr das, mein Name ist Thorfinn und mir ging es ähnlich, als ich das erste mal in diese Stadt kam.“. „Zwei Humpen Frau Wirtschaft und zwei Becher premer Feuer, falls ihr dieses führt und es euch recht ist werter Thorfinn.“, dieser nickte zustimmend, so daß ich weiter fortfuhr, „Was verschlägt euch als Angehöriger einer edlen Rasse wie den Thorwalern in die verderbte Stadt, wenn ich fragen darf?“, „Das liebe Geld und ein Abkommen, doch das ist eine lange und wenig erfreuliche Geschichte. Wie seit ihr denn hierhergekommen?“. „Wir sind auf der Suche nach unserer Nichte, sie war auf einem Schiff von Beilunk nach Kuslik und soll hier im Perlenmeer von Piraten entführt worden sein. Die haben sie wohl auf dem Sklavenmarkt hier in Al´Anfa verkauft und wir wollen sie finden und wenn möglich freikaufen oder …. . Könntet ihr uns da vielleicht behilflich sein, wir kennen uns hier ja gar nicht aus?“, „Da habt ihr euch aber etwas vorgenommen, mit ihren Sklaven, sind diese dekadenten Al´Anfaner wirklich eigen, aber ich bin euch mit meinen bescheidenen Mitteln gerne behilflich, was kann ich tun?“. „Wie wir in Erfahrung bringen konnten, ist sie an die Grandessa Olibana ay Florios, als Kammerzofe verkauft worden, was wir aber nicht erfahren konnten, ist wie wir mit der Grandessa in Kontakt treten können oder wenigstens, wo sie wohnt, könnt ihr uns da vielleicht weiterhelfen?“, „Das kann ich bestimmt, ich bin Mitglied der Dukatengarde und kenne das Haus der Florios, für eine gewisse Summe kann ich euch Passierscheine für den Silberberg beschaffen, dann könnt ihr dort selbst vorstellig werden.“. „Das hört sich doch gut an, wie lange braucht ihr für die Scheine und sind 100 Dublonen ausreichend, 50 jetzt und 50 nach Erhalt der Scheine?“, „Das ist vollkommen ausreichend und die Scheine kann ich bis morgen Mittag beschaffen, treffen wir uns hier zur selben Zeit wie heute, morgen wieder.“, ich war einverstanden und nickte ihm zu, während Lysara ihm die 50 Dublonen, in einer Lederbörse, unter dem Tisch reichte. Er schaute zufrieden, trank aus und verließ die Taverne, was er natürlich nicht wußte, war, daß ich die Börse, als auch die Dublonen mit einem Zauber präpariert hatte, um sie verfolgen und sehen und hören zu können, was mit ihnen vorging.

Freitag, 23. März 2007

So zogen wir in alt bekannter Manier die nächsten Tage weiter, nachts reiten und Tagsüber rasten, alle 2 Tage berichtete uns der Khomgeier, wie die Grandessa mit ihrem Gefolge weiter kam. Es lief alles wie geplant, wir trafen nach 10 Tagen in Kannemünde ein und bezogen in einer Pinte im Hafen quartier. Der lachende Klabautermann war zwar nicht das erste Haus am Platze, aber es hatte einen vorzüglichen Blick über den Hafen. Zwei Tage nach unserer Ankunft legte eine Galeone aus Al´Anfa an, so daß ziemlich klar war, wie die Grandessa gedachte weiter zu reisen. Die Wahrscheinlichkeit ihr noch hier das Artefakt abzujagen tendierte gen null, was mich veranlaßte auch nach einer Schiffspassage nach Al´Anfa Ausschau zu halten. Ich fand eine schnelle Zerdake, die wohl auch in der Lage war schneller in Al´Anfa zu sein, als die schwerfällige Galeone, so buchte ich uns Passagen. Am vierten Tag seit unserer Ankunft erschien auch die Grandessa mit ihrem Gefolge, sie bezog sofort an Bord der Galeone quartier und wie ich vom Hafenmeister in Erfahrung bringen konnte, wollte sie keine Zeit verlieren und am nächsten Morgen schon ablegen. Wir beschloßen noch in dieser Nacht unsere Reise nach Al`Anfa aufzunehmen, den Khomgeier wollte ich wieder als Beobachter einsetzen. Die Schiffsreise verlief ohne besondere Vorkommnisse und mit ausgesprochen günstigen Winden, wie in dieser Jahreszeit nicht anders zu erwarten war. So trafen wir nach 6 Tagen in der „Pestbeule des Südens“, Al´Anfa ein, was für eine riesige Stadt, wirklich beindruckend. Gerüchten zu folge soll sie mehr als 150.000 frei Einwohner haben und mindestens nochmals so viele Sklaven, wenn ich aber dem Gewimmel auf den Straßen glauben schenke, sind es deutlich mehr. Überwältigt von den Eindrücken und der all gegenwärtigen Stadtgarde, versuchten wir uns zu orientieren und ein Quartier zu finden, nachdem man uns für die Notwendigen Passierscheine Preise abnahm, die einem Raubüberfall gleich kamen. „War von euch schon mal jemand hier?“, fragte ich unsere Begleiter, worauf Hesindian antwortete, „Ich war schon mal hier. Wir sollten im Brabaker Viertel Quartier beziehen. Es ist zwar nicht das sicherste, aber das einzige, wo man bei den Preisen nicht gleich an Straßenraub denkt.“. Wir waren alle einverstanden und Hesindian führte uns zu einer Spelunke mit dem hochtrabenden Namen „Golgaris Schwingen“. Der Preis ließ mir die röte ins Gesicht schlagen, in anderen Städten hätte man dafür in einem Luxushotel übernachten können, aber hier gehörte dieses Etablissement zur unteren Mittelklasse. Am nächsten Morgen erhielt ich Bericht vom Khomgeier, nachdem die Grandessa in 2 Tagen eintreffen würde, so blieb uns genug Zeit die Stadt zu erkunden und einen Weg auf den Silberberg zu finden, um das Haus der Grandessa erreichen zu können, denn wie wir schon von unserem Kapitän erfahren hatten, lebten die Grandenfamilien auf dem Silberberg wie in einer eigenen Stadt.

Dienstag, 20. März 2007

Thaliomel übernahm diese Aufgabe, während wir zurück ins Hotel gingen. Ich mußte meinen Unmut über die unerwartete Wendung erstmal Luft machen und zerschlug einen auf dem Tisch stehenden Krug. Das eine dieser dekadenten Al´Anfaner jetzt im Besitz des Artefaktes war, macht den Auftrag ungleich schwieriger, da ich auch nicht annahm, das sie noch lange in Unau verweilen würde. Wir brauchten einen Plan und zwar einen Guten.

Als Thaliomel von seiner Beobachtung, nach Ablösung durch Hesindian zurückkehrte, berichtete er: „Sie reist in Begleitung von 20 schwer bewaffneten der Dukatengarde und mindestens 5 Agent der Hand Borons, die den weiteren Umkreis sicher. Im Moment sind sie dabei sich abreise fertig zu machen.“. Das waren äußerst schlechte Nachrichten, so wie ich das sah, würde uns nichts anderes übrigbleiben, als ihr zu folgen und auf eine bessere Gelegenheit zu warten, vielleicht sogar bis Al´Anfa, wo sich sicher fühlen wird und deshalb wohl weniger Bewachung haben wird. Also galt es sich wieder reisefertig zu machen, aber wie sollten wir ihnen folgen, in der Wüste sah man Verfolger auf Meilen. Gerade als ich ob dieser Tatsache schon verzweifeln wollte betrat Hesindian das Zimmer und berichtete, das sie die Stadt verlassen hätten und den Weg am Rand der Wüste nach Kannemünde eingeschlagen hätten. Das brachte mich auf eine gute Idee, ich schlug den anderen vor den direkten Weg, durch die Khom, nach Kannemünde einzuschlagen um vor ihnen die Hafenstadt zu erreichen und dort über unser weiteres Vorgehen nachzudenken. Die anderen stimmten mir zu und so brachen wir nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt hatten auch noch in dieser Nacht auf. Wir ritten bis in die frühen Morgenstunden, um dann über Tag zu rasten. Gegen Mittag sah ich am Himmel eine Gruppe Khomgeier kreisen, was mich zu einer Idee anregte. Ich schlich mich aus dem Lager vorsichtig zu der Stelle über der die Geier kreisten und nahm Deckung im Sand. Die Geier stürzten sich auf einen Kadaver einer Ziege die wohl von einer Karawane zurückgelassen worden war oder von Ferkinas die ihre Herde durch die Wüste zur nächsten Gebirgsweide getrieben hatten. Ich fixierte einen der Geier mit meinem Blick und sprach die Formeln ´Bannbaladin, dein Freund ich bin`, es klappte und ich bat meinen neuen Freund mit mir in unser Lager zu kommen. Er war ein großes und kräftiges Exemplar, eine Zierde seiner Rasse, aber das mußte er auch sein, für das, was ich mit ihm vor hatte. In den nächsten 2 Tagen wiederholte ich den ´Bannbaladin´ nochmals, um eine dauerhafte Bindung an das Tier zu erreichen und dann schickte ich ihn los, er sollte die Grandessa und ihr Gefolge im Auge behalten und bei einer Richtungsänderung bescheid geben.

Montag, 19. März 2007

Am nächsten Morgen kehrten wir nach Unau zurück und berichteten unseren Gefährten von dem Treffen mit Rachman ben Trafon. „Soweit also die positiven Neuigkeiten, das was wir zu berichten haben ist es bei weitem nicht. Wir sind gestern einer Person gefolgt, die uns auf dem Basar aufgefallen ist und konnten feststellen, das sie eindeutig ein al´afanischer Agent der Hand Borons sein muß und das sie nicht alleine hier in Unau ist.“, sagte Hesindian deutlich beunruhigt und wenn ich ehrlich bin, beunruhigte mich diese Neuigkeit auch. Die Hand Borons, das konnte nur Ärger bedeuten, aber das Treffen mit Rachman ben Trafon lies sich jetzt nicht mehr verschieben, also hieß es nur noch möglichst sorgfältig alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Wir sorgten dafür das man uns nicht miteinander sah, so daß Falls man uns beobachtete nicht mit mehr Leuten als Lysara und mir gerechnet wurde und ich bereitete einige unserer Waffen mit ´Objectum Fix´und ´Blitz dich find´vor. So waren wir meiner Meinung nach gut vorbereitet, als am nächsten Mittag uns die Nachricht von Rachman ben Trafon erreichte, daß er mit den Artefakten uns in einem Séparée der Wüstenblume gegen 22.00 Uhr treffen wollte. Den anderen gaben wir durch eine verschlüsselte Nachricht bescheid, das sie das Gelände um die Wüstenblume schon ab Nachmittags beobachten sollten, um vor unliebsamen Überraschungen gewappnet zu sein. Derart vorbereitet begaben wir uns zur angegebenen Zeit in die Wüstenblume, in der wir nach nennen unserer Namen in das Séparée geführt wurden, wo zu unserer Überraschung nicht nur Rachman ben Trafon und seine Wache anwesend war, sondern auch eine uns unbekannte, ganz in schwarz gekleidete Dame mit ihrem Diener. „Darf ich bekannt machen, das ist die Grandessa Olibana ay Florios aus Al´Anfa und das ist Titus Pullo mit seiner Gemahlin Helena.“, sagte Rachman ben Trafon mit einem breiten Grinsen auf seinem Gesicht, „Es gibt eine kleine Planänderung, da einer meiner Untergebenen das Objekt zur selben Zeit wie ich euch, der Grandessa angeboten hat, habe ich beschloßen es hier und heute zu versteigern. Das ist allen Beteiligten gegenüber nur gerecht, also laßt uns beginnen. Zur Vesteigerung kommt“, und zog ein Tuch vom Tisch unter dem das schwarze Auge lag, „ein schwarzes Auge, Mindestgebot 500 Dukaten oder 250 Dublonen, wer bietet diesen lächerlichen Preis, für ein so einzigartiges und außergewöhnliches Artefakt.“. Ich war völlig überrumpelt und braucht einige Minuten um mich wieder zu fangen, wer konnte mit sowas schon rechnen? Ich nicht, aber anscheinend Lysara die sofort für uns bot. Die ganze Auktion zog sich gut eine halbe Stunde hin und war bei Summen, wo es sogar mir schwindelig wurde, doch bei einem Gebot von 10000 Dukaten, bzw. 5000 Dublonen, durch Olibana ay Florios, gab ich Lysara zu verstehen, das wir nun aussteigen. So kam es das der Zuschlag an Olibana ay Florios ging und wir gebeten wurde das Séparée zu verlassen. Was nun, fragte ich mich gerade, was nun. Ich mußte die anderen verständigen, damit sie an dieser al´afanischen Natter dran blieben, um ihr wenn ich einen Plan hätte, das Artefakt doch noch abjagen zu können.

Montag, 12. März 2007

Am nächsten Morgen ritten wir los. Wir hatten uns einen Führer Namens Djerpa ben Hallil angeheuert, der uns sicher zur Oase Bosah bringen sollte. Gegen Abend kamen wir dort an und traffen dort auch Rachman ben Trafon, der hier ebenso „Gast“ des Stammes der Beni Shed war, wie wir nun auch. Während des Abendmahls sprach ich ihn an, „Wie ich hörte, habt ihr einen gewissen Gegenstand zu veräußern?“ – „Wer stellt diese Frage und wer hat euch geschickt?“ – „Mein Name ist Titus Pullo und das ist meine Gemahlin Helena, wir sind auf einer Reise durch den Süden Aventuriens, da wir hörten, das es hier außergewöhnlich Gastfreundlich sein soll und es viele „besondere“ Gegenstände hier geben soll, die ich sammle. In Unau sagte man uns, das ihr der Mann seit, an den man sich, bei solchen Objekten, wenden müße, ist das richtig?“. Rachman musterte mich und Lysara genau, bevor er sagte, „Da seit ihr bei mir richtig. Ich habe wirklich ausgefallene Stücke, von denen ich bereit wäre mich für den entsprechenden Obolus zu trennen. Seit ihr vielleicht an einer Warenschau interessiert?“. „Oh ja, das sind wir, wenn eure Objekte so erlesen sind wie ihr sagt.“, erwiderte ich in eben so breiten Floskeln wie Rachman selbst, obwohl ich diese novadische Unsitte haße, aber manchmal bringt es einen weiter, als gleich immer Köpfe rollen zu lassen. „Das sind sie, das sind sie. Treffen wir uns doch in 2 Tagen in Unau. Wo kann ich euch erreichen?“ „Wir sind im Hotel Chinchanebi abgestiegen, dort könnt ihr uns finden.“ „Das Hotel kenne ich, gutes Haus, ich werde dann eine Auswahl der Objekte mitbringen, da wird sicher etwas für euren erlesenen Geschmack dabei sein.—Also bis in 2 Tagen ich muss noch heute Nacht los, am Tage reist es sich in der Wüste so unkomfortabel.“, sagte es und machte sich zur Abreise bereit.

Hatte ich ihn wirklich von unserer Kaufabsicht überzeugt? Ich war mir noch etwas unsicher, so das ich ihm nachging und einen „Gefühle seit gelesen“ auf ihn sprach. „Na dann wünsche ich euch eine schöne Reise und bringt reichlich Objekte mit, ich bin schon ganz gespannt. Das sammeln dieser Objekte ist meine größte Obsession.“ – „Das werde ich tun werter Titus Pullo, also bis in 2 Tagen“, sagte er und stieg auf sein Kamel. Der Zauber zeigte mir das er nicht gelogen hatte, so konnte ich mir ziemlich sicher sein, das wir ihn in 2 Tagen in Unau treffen würden, blieb nur noch zu hoffen, das er auch das richtige Artefakt mitbringen würde.

Montag, 5. März 2007

Wir brachen in der Abenddämmerung Richtung Unau auf, das wir wenn alles gut ging, in 2 Tagen erreichen sollten. Die beiden Nächte und Tage vergingen recht ereignislos, sogar für die Wüste, noch Nichtmals Khomgeier, Khorambestien oder Skorpione, die einen dort sonst immer über den Weg laufen, doch ich schenkte damals diesem Umstand keine Bedeutung. So erreichten wir Unau in den frühen Morgenstunden, eine Stadt die reich verzierte Bauwerke ihr Eigen nennt und stolze Preise hat. Als wir den Wegezoll am Stadttor entrichteten, wollte ich schon Räuber, Banditen rufen, doch ich hielt mich zurück, wir sollten nicht auffallen und vor allem nicht geizig wirken, schließlich wollten wir ja so tun, als ob wir etwas sehr teures kaufen könnten. Das Quartier das wir bezogen, war deshalb auch das erste Haus am Platze, Hotel Chinchanebi(die Nacht pro Person 1 ½ Mahrawedi, umgerechnet 2 GD). Nachdem wir uns eingerichtet hatten, schickte ich Hesindian los sich in der Stadt umzusehen und in der ein oder anderen Teestube Interesse an erlesenen Artefakten zu heucheln, derweil besorgte ich für die Damen adäquate novadische Kleidung, damit auch sie sich auf die Straße trauen konnten.

So ausstaffiert trafen wir uns gegen Abend mit Hesindian am Kalifen Platz und zogen dann in zwei Gruppen aufgeteilt durch das nächtliche Unanu, weiterhin auf der Suche nach den Verkäufern oder Leuten, die etwas über den Verkauf wußten. Als wir schon fast unverrichteter Dinge ins Hotel zurück wollten, hörten wir von einem Händler in der Bosah Oase, der ein magisches Artefakt großer Macht zum Verkauf anbot. „Was halte ihr davon, sollen wir uns diesen Rachman ben Trafon mal etwas näher ansehen?“, fragte ich die Anderen, als wir zurück im Hotel waren, „Ich denke wir sollten nicht alle dort hin, wer weiß welches Artefakt gemeint ist und ob nicht dann der richtige Händler in der Zwischenzeit hier in Unau eintrift.“. „Das halte ich für eine sehr gute Idee, also reite ich mit Lysara am morgigen Tag zur Oase und ihr schaut euch weiter um. Wir treffen uns in spätestens drei Tagen wieder hier.“.

Mittwoch, 28. Februar 2007

So zogen wir dann, als es Nacht geworden war weiter Richtung Unau. Diese Strecke ist viel gefährlicher, als die Route nach Fasar, da sie mitten durch die Khom führt. Gegen Mitternacht erreichten wir die Oase Chibeh, wo wir unsere Wasservorräte auffüllten und eine kurze Rast machten. Die Überprüfung der Signatur alle 2 Stunden, zeigte mir, das wir auf dem richtigen Weg waren. Kurz vor dem Morgengrauen suchten wir einen geschützten Platz zum Lagern, doch leider war das einzige was wir sehen konnten eine Windhose die auf uns zukam. Wir versuchten die Richtung zu ändern, um ihr zu entgehen, doch sie folgte all unseren Bewegungen. „Legt euch auf den Boden, hinter den Kamelen zum Schutz, hier ist nichts anderes.“, rief ich den Übrigen zu, doch just in diesem Moment kam die Windhose zum stehen und unser Blick viel auf einen Dschinn. „Meister Sirdon Kosmaar schickt mich mit Neuigkeiten zu euch.“, donnerte die Stimme des Dschinns, doch weite sagte er nichts. Nachdem wir uns aufgerappelt hatten und eine kleine Ewigkeit vergangen war, fragte ich nach, „Du sagtest du hättest Neuigkeiten, wie lauten sie denn?“, „Ihr müßt erst die Parole nennen, sonst darf ich euch nichts sagen, sagte der Meister.“, „Parole?? Was für eine Parole, weiß einer von euch etwas von einer Parole?“, fragte ich die anderen, doch alle schüttelten die Köpfe.

„Hm, vielleicht…Nigeris Oculus(Bosparadianisch für Schwarzes Auge)?!“, „Der Meister sagt, das die Diebesbande versucht im Dreiländereck Almada, liebliches Feld und Novadi Reich Käufer für das Artefakt zu finden. Ein Adept der zur Zeit in Unau weilt hat dieses dem Meister berichtet.“, sagte der Dschinn, „Dann sag deinem Meister das wir den Weg schon eingeschlagen haben, weil ich die Signatur orten konnte,… Nigeris Oculus.“, kaum hatte ich das gesprochen, verschwand der Dschinn wieder als Windhose.

„Also sind wir auf dem richtigen Weg, was sollen wir also weiter machen?“, sagte ich, „Sollen wir nicht nach Unau reisen und als potenzielle Käufer auftreten, das ist vielleicht besser, als die Diebe auf ihrem Tarent stellen zu müßen.“, sagte Lysara und erntete zustimmendes Nicken. So kamen wir zu dem Schluß am Abend nach Unau weiter zu ziehen, nachdem wir den Tag mit schlafen verbrachten.

Montag, 26. Februar 2007

Wir beschloßen dann uns am nächsten Morgen bei den Stallungen des Almadaner Hofes zu treffen und von dort aus aufzubrechen. Zuerst wollten wir auf der Handelsüblichen Route nach Fasar reisen, um auf dem Weg die Signatur des Artefaktes aufzuspüren, da dies unsere einzige Spur bislang war. Die ersten zwei Tage der Reise verliefen ruhig und wie auf Almadaner Boden nicht anders zu erwarten, ereignislos. Am dritten Tag ging es dann ins Gebirge und über die Landesgrenze ins Land der Novadis. Der vierte Tag führt uns aus dem Gebirge und wir kamen gegen Abend an die Ausläufer der Khom. Wir waren uns einig am nächsten Tag unsere Wasservorräte aufzufüllen und Tagsüber zu rasten, um erst bei Nacht weiter zu reiten, so wollten wir die Hitze des Tages in der Wüste meiden und es war uns allen klar, das wir ab jetzt langsamer vorankommen würden, da wir intensiver suchen mußten. So rasten wir am fünften Tag und ritten erst weiter als die Sonne untergegangen war. Ich sprach einen Odem Arcanum und versuchte die magische Signatur zu erfassen, doch ich konnte keine Spur ausmachen, diesen Vorgang wiederholte ich alle 2 Stunden, immer dann wenn wir die Kamele zum ausruhen am Zügel führten. Als wir uns in den frühen Morgenstunden schon nach einem Rastplatz für den Tage umschauten, konnte ich endliche schwach die Signatur ausmachen, doch sie verlief in eine andere Richtung, nicht nach Fasar, so daß ich den Schluß zog, das sie in der Richtung verlief, welche die Diebe genommen haben mußten. Während wir etwas später für unser Tageslager bereit machten, teilte ich den anderen das mit und sagte ihnen, „Wir müßen heute Nacht in Richtung Unau weiterziehen, dorthin führt dir Spur der Signatur.“. Die anderen stimmten mir zu und so begaben wir uns zur Tagesruhe.

Samstag, 24. Februar 2007

Zweifelsfrei borbaradianischen Ursprungs und von böser Magie nur so durchsetzt, so daß mir ein kalter Schauer über den Rücken lief. Ich hatte genug gesehen und verabschiedete mich von Sirdon, „Danke für eure Hilfe, euer Spektabilität, habt ihr noch einen Hinweis oder etwas was ich unbedingt beachten muß, ansonsten würde ich mich empfehlen und nun Yassbar aufsuchen?“ „Nein, nichts weiter, ich wünsche euch viel Glück und entsendet meinen Gruß an Yassbar ibn Palichar.“. Nach dem Austausch der Höflichkeit verließ ich die Akademie und begab mich zum Almadaner Hof, vor dem mich Lysara schon erwartete. Ich gab ihr einen leidenschaftlichen Kuß und wir betraten die Eingangshalle. In einer Ecke saß Yassbar eine Wasserpfeife und Tee genießend, als er uns sah winkte er uns herüber. Kaum Platz genommen und nach unseren Bedürfnissen gefragt, sagte Yassbar, „Und nehmt ihr den Auftrag an, eure Entlohnung wird fürstlich sein?!“ „Ja, wir nehmen den Auftrag an. Sorgt ihr wie üblich für Proviant und Reittiere?“ „Schon geschehen mein Freund und für Geleitschutz habe ich auch schon gesorgt.“. Er winkte drei Leute zu uns die etwas abseits an einem Tisch gesessen hatten. Bei den dreien handelte es sich offensichtlich um eine Elfe, vermutlich eine Hesindegeweihte und einen Draconiter. Sie traten an unseren Tisch und stellten sich vor, „Mein Name ist Hesindian von Grangor, Mitglied des Draconiter Ordens zu Kuslik und ich bin froh euch auf dieser schwierigen Quest begleiten zu dürfen.“ „Mein Name ist Thaliomel die grüne Hand, stets zu euren Diensten.“ „Und meiner ist Hendriga, Priesterin der Herrin Hesinde und stolz euch begleiten zu dürfen.“. Nach der Vorstellung war ich etwas beruhigter und wiederum auch nicht. Zum Einen war ich beruhigt, das Yassbar diesmal keine Halsabschneider, sondern ehrenwert Leute engagierte hatte, zum Anderen beunruhigte mich das auch wieder, weil ich wußte das er es nicht ohne Grund tat, er erwartete also große Schwierigkeiten.

Freitag, 23. Februar 2007

Nachdem Yassbar gegangen war, rief ich Lysara, um ihr zu erzählen was er von mir gewollt hatte. Sie war gleich Feuer und Flamme, wie ich auch, weil sie genau, wie ich wußte, das Aufträge die mit Magie zu tun haben immer deutlich besser entlohnt werden, als Aufträge bei denen es nicht gleich offensichtlich ist. Ich begab mich also in die Akademie, auch wenn Sirdon Kosmaar mit Sicherheit nicht zu meinen liebsten Gesprächspartnern gehört(zu unterschiedliche Meinungen zur Magie), aber es ließ sich ja nicht umgehen.

Kaum in der Akademie angekommen, trat mir auch schon einer der Adepten entgegen und fragte mich, ob er etwas für mich tun könne. Ich nannte ihm mein Begehr und erwähnte auch, daß mich Yassbar ibn Palichar schickte. Man lies mich eine halbe Stunde warten und führte mich dann in ein Audienzzimmer, dort saß, hinter einem großen Schreibtisch Sirdon. Er stand auf und begrüßte mich mit Handschlag. Später als der Adept das Zimmer verlaßen hatte, fragte er mich, „Hat Yassbar ibn Palichar euch mitgeteilt um welche Art Artefakt es sich handelt?“, das konnte ich nur mit einem Kopfnicken verneinen.“Hm, das habe ich mir fast gedacht, daß der alte Fuchs euch im Unklaren gelaßen hat, er wollte vermeiden, das ihr den Preis hoch treibt, aber ich muß euch vorwarnen, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, laße ich doch nicht einen Kollegen ohne Hintergrundwissen in sein Verderben rennen. Der Auftrag, auf den ihr euch da einlaßt, ist äußerst gefährlich. Das Artefakt um das es geht wurde von einem Mann gefunden, der völlig verwirrt in Anchorpal aufgefunden wurde, so das man annimmt, das er es vielleicht in der gorischen Wüste gefunden hat und darüber dann den Verstand. Es ist ein schwarzes Auge, was man dann schnellst möglich nach Fasar brachte, um es dem Einfluss Gebiet der Borabadianer zu entziehen und es weiter nach Punin, zu weiteren Analyse bringen wollte. Hier kam es bekanntlich nicht an und ihr sollt es nun wiederbeschaffen. Die Signatur des Artefakts kann ich euch zeigen, sprecht einen Odem Arcanum und ihr werdet sehen.“ Ich sprach also einen Odem Arcanum und sah eine extrem starke schwarze Signatur, wie ich sie zuvor noch nie gesehen hatte.

Donnerstag, 22. Februar 2007

Yassbar trank an seinem Tee und biß genüsslich in einen Krapfen. Als er dann aufgegessen hatte, kam er endlich zur Sache, „Werter Halander, ich habe ein ernstes Problem, welches eure besonderen Talente erfordert. Mir ist eine meiner letzten Karawanen abhanden gekommen, welche unter anderem ein magisches Artefakt dabei hatte, welches für die Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis bestimmt war. Nun, ihr kennt selber seine Spektabilität Sirdon Kosmaar und wißt, das er kein besonders geduldiger Mann ist. Er verlangt, daß ich umgehend das Artefakt wiederbeschaffe, koste es was es wolle, da es unersetzlich sei. So ist denn meine Bitte an euch, es mir zu beschaffen, da eure Möglichkeit ein solch magisches Objekt zu finden deutlich besser sind, als die Meinen. Es soll euer Schaden nicht sein.“

„Hm, gibt es denn eine magische Signatur, die man verfolgen könnte und auf welcher Route ist euch die Karawane abhanden gekommen?“ „Sirdon Kosmaar sagte mir das er euch bei der Signatur weiterhelfen könnte und die Karawane war auf dem Weg von Khunchom über Fasar nach Punin. Verschwunden ist sie auf dem Teilstück von Fasar nach Punin.“ „Gut, dann werde ich mich in die Akademie begeben und wir treffen uns danach in eurem Hotel. Wo seit ihr denn abgestiegen, wie immer im Almadaner Hof?“ „Ja genau in jenem, also bis später und entschuldigt mich bei Lysara für meinen plötzlichen Aufbruch.“

Mittwoch, 21. Februar 2007

Halanders Geschichte

Aber zurück zum Anfang des ganzen Dilemmas. Es war vor ein paar Wochen, als Yassbar ibn Palichar zu einer Audienz bei mir im grauen Turm zu Angbar erschien. Er hatte sich schriftlich, mit einer Depesche, gebracht von den Beilunker Reitern, angekündigt und geschrieben, dass er mich in einer dringenden Angelegenheit sprechen müße. Also gab ich ihm Antwort, da ich ein neugieriger Mensch bin, das er mich und Lysara am 23 Praios zu einer Audienz besuchen könne.

Wie abgesprochen erschien er auch an jenem Tag schon früh morgens und machte uns seine Aufwartung, „Seid gegrüßt eure Spektabilität Halander von Angbar und wie immer überstrahlt euer Liebreiz alles, wunderschöne Lysara.“, überheblich und übertreibend, wie Tulamiden nun mal sind. „Yassbar ibn Palichar, was führt euch den weiten Weg von Khunchom hierher, aber ich bin unhöflich, nehmt erstmal Platz und kann ich euch etwas anbieten?“, erwiderte ich ebenso blasiert wie der Tulamide, da diese auf solche Floskeln stehen. Lysara brachte uns Tee versetzt mit Ilmenblatt und Gratenfelser Krapfen, sie goß uns den Tee ein, reichte das Gebäck und ließ uns dann allein.

Dienstag, 20. Februar 2007

Hallo zusammen,
so ein freier Tag der bringt es für das Vorbereiten wirklich, ich habe heute mehr als die Hälfte eines Abenteuers geschafft, so daß ich recht zuversichtlich bin, das ich bis zum 03./04.03., dieses und noch ein weiteres hin bekomme.

Aber jetzt mal was ganz anderes: Einsam saß ich, wie jeden Abend seit Lysaras Tod, im Lehnstuhl meines Labors und lies in meiner Kristallkugel mir Erinnerungen von ihr zeigen. Zwei Monate war es nun schon her, doch meine Trauer und der Schmerz waren unverändert stark. Lysara war die Liebe meines Lebens und ich hatte sie nicht schützen können, sondern sie hatte ihr Leben für das meine gegeben, als meine Zauber versagten und mich die Harpyie angriff. Todes mutig stellte sie sich in den Weg, obwohl sie wußte, das ihre Aussicht äußerst gering war die Harpyie zu besiegen. Lysara konnte sie im besten Fall nur aufhalten, bis meine Zauber wieder funktionierten, auch wenn das ihren Tod bedeutete. Auf was hatten wir uns da auch eingelaßen?! Wie konnte ich diesem halbseidenen Tulamiden nur vertrauen?! Aber der schnöde Mammon hat schon so manche Bedenken aus dem Wege geräumt.

So bis hier hab ich erstmal geschrieben, wenn ihr gerne fortsetzen möchtet, tut euch keinen Zwang an, so war es gedacht, als Fortsetzungsgeschichte.